Reduce, Reuse, Recycle...
»Was man in junge Herzen pflanzt, trägt mit den Jahren Blüten.«
Aufgewachsen in einer Großfamilie, mit mehreren Geschwistern, zahlreichen Cousinen, Tanten, und Großeltern, die ständig »zusammengluckten«, ließ man uns Kindern jede Menge Freiheit. Wir haben unsere Tage mit Vorliebe in der Natur verbracht, haben mit viel Fantasie und Abenteuergeist die Felder und Wälder durchstreift, in den Flussauen gezeltet und beim Spielen im Freien jegliches Zeitgefühl verloren. So haben wir die Schönheit und Reichhaltigkeit der Natur schon früh schätzen und lieben gelernt. Wir wussten – dank der geduldigen Antworten der Mütter und Großmütter – jedes Blümchen, jeden Baum und jedes Kraut mit Namen zu benennen. Wir kannten all die unterschiedlichen Schmetterlinge, Vögel und Käfer, und sind so »ganz nebenbei« mit Achtsamkeit und einer tiefen Wertschätzung für alles Lebendige ausgestattet worden – auch wenn mir die kleinen Krabbeltiere nicht immer ganz geheuer waren...
Bereits in Kindheitstagen wurde mir die Natur dadurch zu einer Art »erweitertem Zuhause«, einem beruhigenden und gleichzeitig inspirierenden Rückzugsort, der mir damals wie heute zuverlässig Lebensfreude und Energie spendet. Diese tiefe Verbundenheit hat – im wahrsten Sinne des Wortes! – ganz natürlich und selbstverständlich dazu geführt, dass ich mein Leben im Einklang mit diesen nachhaltig prägenden Qualitäten gestalten wollte. Ganzheitliches Denken und Handeln wurden mir ein Herzensbedürfnis, und so entstand über die Jahre der drängende Wunsch, insgesamt weniger und dafür bewusster zu konsumieren. Dieser Grundgedanke beeinflusst bis heute meine Entscheidungen und meinen Lebensstil.
Mit meinen Cousinen beim Zelten in den Feldern, irgendwann in den späten 70er Jahren. Ich bin der Winzling ganz links.
Ein langer Weg, der noch längst nicht zu Ende gegangen ist ...
...doch inzwischen habe ich mehrere kleine Meilensteine erreicht, auf die ich schon auch ein bisschen stolz bin: Ich verursache mittlerweile 50 % weniger Müll und verbrauche ein Drittel weniger Strom als noch vor einigen Jahren. Mein CO₂-Fußabdruck ist auf knapp 2 t/Jahr geschrumpft, was lediglich einem Fünftel des deutschen Durchschnitts entspricht. Und obwohl ich all das durch Unterstützung von Klimaschutz- und Umweltprojekten noch zusätzlich ausgleiche, bleibt es mein Ziel, der Klimafreundlichkeit (echte Klimaneutralität gibt es ja praktisch nicht) im täglichen Leben immer noch näher zu kommen – und da ist auch meine Arbeit ein ganz wesentlicher Aspekt.
Als ich begann eigene Accessoires zu entwerfen, war es mir von Anfang an wichtig, nachhaltige Materialien und Produktionsmethoden zu wählen und bevorzugt mit Partnern zusammenzuarbeiten, die meine Werte teilen. In sämtlichen Schritten meiner Fertigung versuche ich im Sinne des »Low Waste«, bzw. des »Zero Waste« Gedankens so oft wie möglich auf recycelte und wiederverwendbare Materialien zurückzugreifen und wenig bis keinen neuen Müll zu erzeugen, indem ich auch für kleinste Fertigungsreste noch kreative Verwendungsmöglichkeiten finde.
Die Natur ist und bleibt meine größte Inspirationsquelle. Ihre Vielfalt und Harmonie spiegeln sich in meinen Designs wider. Jedes meiner Produkte ist ein Sinnbild der Natur, das ich mit dir teilen möchte. Mit jedem Kauf unterstützt du nicht nur mich und meine Arbeit, sondern auch einen nachhaltigeren und bewussteren Lebensstil.
»Besser« ist nicht perfekt ... aber es ist ein Anfang.
Ich möchte für dich das bestmögliche Produkt erschaffen – so ist die Suche nach guten und nachhaltigen Materialien und stetig optimierter Herstellung ein andauernder Prozess des Lernens, der Weiterentwicklung und Veränderung. Dabei spielen auch die Unternehmen mit denen ich zusammenarbeite eine wichtige Rolle. Über Hersteller und Lieferanten von Rohstoffen, bis hin zu Dienstleistern wie Stromanbieter, Paketdienste und Website-Hoster. In vielen Bereichen habe ich bereits zuverlässige, verantwortungsvolle und klimafreundliche Partner* gefunden, doch bei den Herstellern von Rohstoffen ist durchaus noch »Luft nach oben«. Mein Wunsch und Ziel für die Zukunft ist es, irgendwann ausschließlich mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die meine Wertvorstellungen teilen. Bis dahin ist es vielleicht noch ein bisschen hin, doch freue ich mich sehr, dass es immer mehr Unternehmen gibt, die einen solchen Ansatz verfolgen – und Kunden, die ihn zu schätzen wissen.
* Der Strom für die wenigen Arbeitsschritte, die nicht in reiner Handarbeit, sondern maschinell erfolgen, wird dank Naturstrom vollständig in einheimischen Öko-Energieanlagen (Sonne, Wind und Wasser) erzeugt. Das gilt selbstverständlich auch für den Strom, der für Büro, Vermarktung und Vertrieb anfällt. Der Versand der plastikfreien Verpackung erfolgt innerhalb Deutschlands klimaneutral per Deutsche Post / DHL. Der Versand in andere Länder erfolgt mittels GoGreen ebenfalls klimafreundlich. Meinen Online-Shop betreibe ich über Gambio, die seit 2021 zertifiziert klimaneutral sind, und die Geldgeschäfte sind bei der Triodos Bank, die für positiven Wandel in den Bereichen »Umwelt, Kultur und Soziales« steht, ebenfalls in den Händen eines Unternehmens, das meine Werte teilt.
Um den CO₂-Fußabdruck meines Unternehmens noch nachhaltiger zu minimieren, unterstütze ich zusätzlich zertifizierte Klimaschutzprojekte sowie das UrwaldProjekt von Peter Wohllebens Waldakademie . Nähere Informationen dazu findest Du hier: UrwaldProjekt
Meine Prioritäten
✓ Verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen durch Wieder- und Weiterverwertung von Materialien
✓ Vermeidung von selbst produzierten Abfällen durch Fokus auf Low und Zero Waste Fertigung
✓ Verzicht auf Plastik und andere mineralölhaltige Stoffe wann immer machbar
✓ Verarbeitung möglichst lokal/regional hergestellter Materialien um kurze Lieferwege zu garantieren
✓ Verwendung von Leder und anderen tierischen Bestandteilen aus kontrollierter und artgerechter Haltung
Gemeinsam können wir etwas bewegen!
Daran glaube ich ganz fest! Wir übersehen häufig, dass selbst kleinste und scheinbar unbedeutende Veränderungen weitreichende Auswirkungen haben können. Oft sind es gerade diese kleinen Zugeständnisse, gepaart mit etwas mehr Achtsamkeit und Engagement, die letztlich das Fundament für nachhaltigen Wandel legen. Mit den richtigen Partnern und der richtigen Motivation können auch kleine Dinge langfristig einen Unterschied machen. Wenn ganz viele Menschen beginnen, im Kleinen das zu leben, was sie sich im Großen wünschen, summiert sich das auf Dauer zu nachhaltiger Veränderung.
Umwelt
Lange habe ich darüber nachgedacht, wie sich der Konflikt, der sich unvermeidlich aus modernen Konsumverhalten ergibt, minimieren und mit meinen Werten und kreativem Schaffen vereinbaren lässt. Qualität und gutes Design müssen im Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt stehen, denn wie »hochwertig« kann etwas sein, wenn es sich im Rahmen seiner Herstellung schädlich auf Mensch und Umwelt auswirkt? Basierend auf diesen Überlegungen ist in mir der Wunsch entstanden, einiges anders zu machen, als es in der üblichen Massenproduktion der Fall ist – Dinge zu ändern und, wenn auch in winzigen Schritten, in eine bessere Richtung zu lenken.
Ich habe mich gefragt, »Was würde ich mir aus Kundensicht wünschen?«. Das wäre z.B. eine gewisse Transparenz, um bewusster und verantwortungsvoller einkaufen zu können. Nicht blind konsumieren zu müssen, sondern Informationen zu Herstellung und Hintergrund eines Produktes zu erhalten. Diesem Anspruch möchte ich gerecht werden, indem ich dir hier detaillierte Infos dazu liefere.
Als unabhängige Designerin, wie klein mein Unternehmen auch sein mag, ist mir unternehmerische Verantwortung wichtig, auch im Sinne von Ganzheitlichkeit. Doch was definiert ein ganzheitlich hergestelltes Produkt? Für mich bedeutet das, dass Design und Ästhetik mit Langlebigkeit und Nutzen Hand in Hand gehen, bei gleichzeitiger Berücksichtigung möglichst nachhaltiger Materialien und Fertigungsmethoden. Erst die achtsame Symbiose dieser Aspekte sorgt langfristig für einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck.
Leder
Das Thema Leder ist komplex und polarisiert inzwischen sehr. Wer konkrete Fragen zu dieser Thematik hat, der mag vielleicht unter LEDER meine deutlich ausführlicheren Gedankengänge und Ausführungen hierzu lesen.
Ich verarbeite ausschließlich vegetabiles, also rein pflanzlich gegerbtes Rindleder und Ziegenleder. Bei dieser Art der Gerbung handelt es sich um ein traditionelles, schonendes und umweltfreundliches Verfahren, in dem vollständig auf giftige Chemikalien wie z.B. Chrom verzichtet wird. Stattdessen kommen Pflanzen-Tannine, z.B. aus Eichenrinde, Olivenblättern oder Rhabarberwurzeln, sowie natürliche Fette und Öle zum Einsatz. Auch der Wasserverbrauch wird so sparsam wie möglich gestaltet. Die vegetabile Gerbung erfordert Zeit und handwerkliches Können sowie hochwertige Rohstoffe, dafür wird man mit einem besonders nachhaltigen Naturprodukt mit herausragenden Eigenschaften belohnt.
Von exotischen Ledern einmal abgesehen, ist Leder ein Nebenprodukt der Nutztierhaltung. Im Netz findet man häufig abweichende Behauptungen, die jedoch nicht den Fakten entsprechen. Bei uns im Westen stirbt kein Tier nur wegen seiner Haut, das wäre wirtschaftlich völlig unrentabel. Da die Nachfrage nach Fleisch leider weiterhin groß ist, die nach Echtleder jedoch zunehmend rückläufig, nimmt der Anteil der Häute die als Schlachtabfälle enden in letzter Zeit zu. Das widerspricht dem »Zero Waste« Gedanken völlig und ist wenig nachhaltig. Auch macht es in meinen Augen den Tod eines Tieres noch deutlich sinnloser und schlimmer, wenn große Teile davon weggeworfen und entsorgt statt verwertet werden.
Verpackung
Der Umwelt zuliebe verzichte ich beim Versand meiner Waren inzwischen bewusst auf Verpackungen die Luftpolsterfolie aus Kunststoff enthalten und greife stattdessen auf Papierpolsterumschläge und Kartonagen aus Bio-Wellpappe zurück. Diese sind nachhaltig, ressourcenschonend und umweltverträglich hergestellt und schützen meine mit viel Liebe angefertigten Artikel auf dem Weg in ihr neues Zuhause zuverlässig vor Schäden.
Tatsächlich ist Kunststoff zwar nicht immer und unbedingt schlechter als Papier... es hat entgegen der landläufigen Annahme, dass Kunststoffe generell umweltschädlich sind, nicht zwangsläufig eine schlechtere Ökobilanz als Papier und Pappe. Das Problem ist hier jedoch weniger die Herstellung, als vielmehr die Tatsache, dass Kunststoffe extrem langsam verrotten, wenn sie in die Umwelt gelangen. Ein einfacher Trinkhalm aus Plastik benötigt dazu fast 200 Jahre, eine Plastikflasche oder Plastikzahnbürste sogar mehr als doppelt so lange. Außerdem landet Mikroplastik dann häufig auch in der Nahrungskette, was wir alle möglichst zu vermeiden versuchen sollten.
Deshalb verzichte ich sowohl privat als auch beruflich auf den Kauf und die Verwendung von Kunststoff-Produkten, wann und wo immer dies möglich ist – und der Warenversand ist da natürlich ein wesentlicher Aspekt. Die von mir verwendeten Papierpolstertaschen kommen komplett ohne Folie aus und schützen dennoch sicher. Sie bestehen aus 100% Recyclingpapier, das Material ist problemlos kompostierbar und es löst sich im Wasser rückstandsfrei auf.
Nachhaltig kreativ und kreativ nachhaltig...
Um nicht nur ressourcenschonend zu leben, sondern auch entsprechend zu arbeiten, verwende ich so häufig wie möglich Recycling- und Upcycling-Materialien. So handelt es sich bei den von mir häufig zu Schlüsselanhängern und Täschchen verarbeiteten Bändern und Bordüren meist um Borten, die ich aus alten und antiken Stoffen und Saris gewinne und liebevoll wiederaufarbeite. Wo das nicht machbar ist, greife ich auf zertifizierte Biostoffe aus natürlichen Materialien wie beispielsweise Hanf, Baumwolle und Leinen zurück.
Wie bereits erwähnt, ist mir der Aspekt der Nachhaltigkeit bei meinen Lederarbeiten ganz besonders wichtig, und ich versuche hier konsequent das »Zero Waste« Prinzip umzusetzen. Bei dem von mir verwendeten Leder handelt es sich überwiegend um in anderen Manufakturen anfallende Reststücke, die dort zu klein für die weitere Verwertung sind. Ich kaufe diese Lederreste häufig bei traditionellen Schuhmachern, Täschnern und Herstellern von Tierleinen und Pferdegeschirren ein. Auch bei diesen Lederbeständen achte ich darauf, dass es sich um ausschließlich »vegetabil«, also rein pflanzlich gegerbtes Leder handelt. Überwiegend verarbeite ich sogenanntes Blankleder – ein völlig naturbelassenes, unbehandeltes Leder mit manuell gut zu bearbeitender Oberfläche – sowie robustes Fettleder, das sich durch seine samtig matte und zugleich hochgradig unempfindliche Oberfläche auszeichnet. Hin und wieder verarbeite ich auch Upcycling-Leder, das früher einmal ein Leben als Möbel- oder Bekleidungsleder geführt hat, und nun von mir zu kleinen Täschchen und anderen nützlichen und schönen Accessoires um- und aufgearbeitet wird. Und wenn es dann immer noch Reste gibt, denke ich mir auch dafür eine Verwendung aus, sei es als Kühlschrankmagnet, Schmuckanhänger oder Lesezeichen... an Ideen mangelt es mir nicht!
Mein Ziel besteht darin, wirklich jedes Material so lange wie möglich im Wertstoffkreislauf zu halten, um die Notwendigkeit, neue Materialien unter Einsatz von Rohstoffen produzieren zu müssen, größtmöglich zu reduzieren oder vermeiden.